Hilfsmittel: Spiegel


Ein Spiegel ist sehr hilfreich, wenn es darum geht festzustellen, ob ein Bild andere und in erster Linie dich selbst überzeugt.

Stelle dich mit dem Rücken zum Bild und halte einen Spiegel so vor dich, dass du dein Bild voll und ganz sehen kannst. Mit der gespiegelten Perspektive sieht man ein Bild neu und frisch.

Das kannst du auch schon nach den ersten Strichen machen, um zu sehen, ob die Perspektive stimmt und die Komposition tatsächlich deinen Vorstellungen entspricht.

Nun ist es nach der vielen Arbeit daran und deinem ständigen Blick darauf möglich, die letzten Fehler zu finden - und die sieht man tatsächlich.




Schnee 2

Die Farbe des Schnees im Vergleich zur Umgebung ist sehr vom Wetter abhängig.


Die Schneeflächen im Schatten und jene in der Sonne bilden starke Kontraste und die Schatten bieten verhältnismäßig satte Farben, hier ein klares Blau.


Die einzig satten Farben findet man hier im Wasser des Grabens im Vordergrund. Ansonsten leuchtet der Schnee hier nicht, und der Schnee im Schatten hebt sich mit einem schmutzigen Violetton nicht besonders vom übrigen Schnee.


Schnee 1

Welche Farbe hat Schnee?

Nein, nein - weiß allein ist es nie O:-) So einfach macht es uns die Natur nicht. Gut so.

Alle Farben sind möglich, außer Schwarz - es sei denn, es ist Nacht und auf den Schnee fällt überhaupt kein Licht.

Es braucht nur ein wenig Licht, schon glüht er ein wenig. Gern nimmt er die Farben des Umfeldes an,...


... so wie man es auf diesem Gemälde in dem unbeleuchteten Bereich neben den verschneiten Tanksäulen sieht.

Ein alter Friedhof

Manchmal muss man nicht alles verstehen, aber zumindest zuschauen kann man - in diesem Fall James Gurney beim Malen eines Friedhofs. Klick!

Viel Spaß!

Achja, rechts unten auf diesem Blog sind noch mehr Videos zum Anschauen O:-)


Graue Farbtöne


Graue Farbtöne schaffen eine Umgebung für Akzente mit satten Farben. Sie geben außerdem Raum und Rahmen für eine Komposition und sie können eine ruhige nachdenkliche Atmosphäre schaffen.

Es gibt keine einfach graue Farbe (schwarz-weiß) - für den guten Beobachter ergeben sich viele unterschwellige Variationen im Zusammenspiel mit Orange, Blau, Grün, Rot, Violett - eben fast alle Farben.

Graus zu mischen muss nicht mit Schwarz und Weiß einher gehen - versucht einmal mit Komplementärfarben zu arbeiten und mischt diese miteinander. Zum Aufhellen braucht man tatsächlich noch Weiß dazu.

Setzt man z.B. eine Mischung von Gelb und Lila neben einen gelben oder violetten Farbton (siehe Bild), harmonieren diese sehr gut miteinander, weil Anteile des Nachbarn darin enthalten sind.
James Gurney

Jean Auguste Dominique Ingres (1780-1867): "Lieber grau als knallbunt."


Nachtbilder 2

Vielleicht ist es schon Nacht, vielleicht lässt das Tageslicht einfach schon so sehr nach, dass man als Maler gern schon den Pinsel beiseite legt, weil der Ursprungsidee keinen Lichtverlust zulässt oder die Zeit in die Dunkelheit einfach zu schnell ist, um sie "mal eben schnell" festzuhalten.

Schaut euch den Beginn der Dunkelheit an. Jetzt im Herbst geht das an grauen Tagen besonders gut. Stellt euch ein Stillleben zusammen und beobachtet. Was verändert sich? Was passiert mit den Farben? Was versteht mit den Rändern? Was geschieht mit den Schatten? etc.

Hier habe ich wieder Beispiele von Julian-Merrow Smith:
Wenn das Licht schwindet, bekommt hier z.B. die Quitte einen extrem satten Farbton, aber im Schatten verschwimmen Objekt und Untergrund bereits miteinander. Die Schatten selbst werden dunkler und ein heller Hintergrund verliert eben jene Helligkeit an manchmal schwer definierbare Farbtöne, welche jedoch sehr spannend sein können.

 Es ist noch später geworden. Es gibt bereits eine zweite Lichtquelle, die man durch die Reflektionen auf der linken Seite der Vase erkennt. Ansonsten verschwimmt hier noch mehr: Die Übergänge und Kontraste sind nicht mehr abgegrenzt. Nur die Reflektion vom Restlicht von draußen ist noch klar zu erkennen.

Nachtbilder 1

Woran erkennt man, dass Stillleben nicht bei Tageslicht entstanden sind?

Dazu ein Beispiel:

Julian Merrow-Smith

Hier ist der Hintergrund so dunkel, dass die angestrahlten Objekte leuchten und durch die künstliche Lichtquelle leuchten. Die Kontraste sind hart und extrem - besonders unter den Objekten (Kontaktschatten) -, aber trotzdem haben wir den Eindruck, dass man in den Hintergrund hineingreifen könnte. Das machen die unterschiedlichen Schattierungen im Hintergrund, die uns erst nach einer Weile auffallen, wenn wir uns an Brot, Messer und Käse "sattgesehen" haben. O:-)