Anwenden des goldenen Schnittes


Eigentlich in allen Sparten der Malerei, egal ob gegenständlich oder nicht, ist der goldene Schnitt ein toller Anhaltspunkt – für den Künstler und noch mehr für den Betrachter.

Was muss ich tun?

  • Teile Höhe und Breite deines Malgrundes jeweils durch 1,618.
  • Markiere von links und von rechts, und von oben und unten die entstandenen Punkte auf den Bildrändern.
  • Verbinde die entstandenen Punkte, so dass der Untergrund einem Sudoku ähnelt. Die mittigen Felder sind jedoch kleiner als die äußeren – allerdings nicht viel.
  • Wähle nun den interessantesten Punkt deines zu malenden Bildes und setze ihn zumindest auf eine der Linien (nicht zu weiß an den Rand!) oder gar auf eines der vier Kreuze.
So kann ein Bild nicht langweilig werden.

Auf dem Malgrund sollte es jetzt so aussehen:
 

Das Zentrum des Interesses

Das ist ein Magnet für das Gehirn. Es ist der Platz, wohin der Betrachter schauen möchte, um Information zu finden. Zwei Elemente mögen visuell identisch in puncto Kontrast und Energie wirken, aber wenn eines mehr Bedeutung anbietet, dann geht der Blick zunächst dorthin.

 Peter Barker

Wohin schauen wir denn hier?

Das beste Beispiel für ein Element, das das Hirn anspricht, ist eine Figur. Wir können der menschlichen Präsenz in einer Szene nicht widerstehen.

Eine Landschaft ohne eine Figur wirkt oft merkwürdig und vielleicht verstörend unbesetzt. Sogar wenn das Objekt, von dem aus du arbeitest, keinen Menschen mit einschließt, könnte man schon darüber nachdenken, sie hinzuzufügen. Bedenke, dass sie zum Zentrum des Interesses werden.
Sei ebenfalls vorsichtig beim Verwenden von Worten, Buchstaben oder Zahlen. Sie können ungewollt zum Zentrum werden und unfreiwillig dem eigentlichen Zentrum die Schau stehlen.

Foto gegen direkte Beobachtung

Obwohl Fotos eine hilfreiche Vorlage für Gemälde sind, sind sie oft enttäuschend, wenn es an die Farben geht wegen denen man das Foto ursprünglich gemacht hat.
Würde man sich draußen in der Landschaft bewegen und Farbstudien machen, sähe es natürlich anders aus – und meistens weitaus besser und realistischer.
Eine Kamera macht grundsätzlich Folgendes:
  1. Dunkle Schatten erscheinen einfach in purem Schwarz und helle Lichter in simplem Weiß. Dieser Verlust von (Farb-)Informationen ist der Unfähigkeit der Kamera geschuldet, auf extreme Tonwerte (ganz hell und ganz dunkel) zu reagieren.
  2. Die Farben verändern sich oder verlieren ihre Intensität (Sattheit). Feine Unterschiede in Farbtönen oder zwischen warmen und kühlen Farben werden oft gar nicht erst registriert.
  3. Schwache Quellen (von Farbe), wie z.B. reflektierte Farben von nahen Objekten gehen oft verloren.
Das Nutzen von Fotos ohne den Verlust der Farben
  1. Wenn du keine Zeit hast für ein längeres Verweilen und aufnehmen der Szene, mach dir Notizen zu den Farben (Farbmischung) und nutze das Foto ausschließlich als Referenz des Bildaufbaus.
  2. Nimm die Farbe aus dem Foto, d.h. sieh es nur in Schwarz und Weiß – also die blanken Tonwerte, mildere die extremen ab (nie ganz Weiß und ganz Schwarz) und lass dich so nicht mehr von den „falschen“ Farben des Fotos irritieren.
  3. Warte auf einen bedeckten Tag, an dem die extremen Tonwerte nicht so extrem sind und helle die dunklen Tonwerte im Gemälde später auf.
  4. Mach mindestens zwei Fotos von der gleichen Szene: eines mit dem Fokus auf den hellen Tonwerten und das andere mit dem Fokus auf den dunklen Tonwerten. Nutze diese dann dem jeweiligen Fokus entsprechend entweder für die hellen oder dunklen Tonwerte.

Das Wasser verstehen

Verschiedene Mengen von Wasser:
Es ist wichtig, sich die Unterschiede zwischen Flüssen, Seen, Ozeanen und Pfützen klarzumachen, bevor man sie malt.

Flaches Wasser kräuselt sich durch den Wind und fließt über Steine und Sand. Dieses bringt komplexe Muster von zerrissenen Reflektionen hervor. Flaches Ozeanwasser ist heller und oft türkis.
  • Die Kräuselungen teilen die reflektierten Farben in helle und dunkle Bereiche auf.
  • Schnelle und kraftvolle Pinselstriche mit einem dünnen Pinsel von links nach rechts sind nützlich.
  • Vom Dunklen ins Helle, Pinsel auswaschen, vom Hellen ins Dunkle, Pinsel auswaschen usw.
  • Achte auf die hellen Lichtpunkte auf den Kräuselungen und die kleinen dunklen Streifen, die in den hellen Bereichen auftauchen.

Tiefes Wasser fließt langsamer und die Oberfläche ist glatter. Dieses ruhigere Wasser reflektiert seine Umgebung und die Farbe des Himmels. Tiefes Meereswasser ist im Allgemeinen sehr tief blau ins Schwarze gehend.
  • Nutze breitere flache Pinsel
  • Langsame Streifen und weitere Kanten

Vereinfacht malen oder zeichnen = Abstrahieren



Wie kann man sich vom Original lösen?
1.       Blinzeln -> Beschränken der Feinheiten
2.       Beschränken der Farben
3.       „Dicke“ Pinsel benutzen
4.       Nicht vorsichtig sein
 
  • Vorzeichnen wie sonst (kein Flächen ausmalen!)
  • Vorgehen wie oben angegeben
  • Ist jetzt noch ein weiterer Strich notwendig? (Entscheide das erst, wenn du dein Bild aus der Ferne betrachtet hast!!!)
  • Lieber einen Strich zu wenig als zu viel!



8 essenzielle Tipps zum Malen von William Hook



  • Zeichne sorgfältig vor, löse Kompositionsprobleme erst, so dass wenn du malst keine Probleme mehr
    auftauchen können.
  • Male den Mittelgrund zuerst. So kannst du einschätzen und entscheiden, wo der Fokus sein soll. 
  • Widerstehe der Versuchung eine Szene vertikal zu verlängern, speziell bei Landschaften, denn so
    verlöre man den Effekt der Weite.
  • Benutze einen breiten Pinsel, so dass man sich nicht in Details verlieren kann. 
  • Sei konsequent bei der Behandlung der Lichtquelle um ein überzeugendes Gemälde zu schaffen. 
  • Male negative Flächen spät und nutze jene Zeit, um vorige Pinselstriche festzulegen oder zu verändern. 
  • Setze reine Farben an drei verschiedene Stellen im Bild, so dass eine Balance entsteht. 
  • Vereinfache und variiere deine Pinselführung.

Noch Fragen? O:-) Die kann man ganz anonym im Kommentar stellen...